7. Dezember 2017 - Keine Kommentare!

Jeder hat im Stall nicht Platz

Jeder hat im Stall nicht Platz
Rainer Juriatti

Während ich an einem Sauerampferhalm kaue, höre ich den Hirten brüllen. Er schreit ja oft. Brüllt uns an, wohin wir gehen sollen. Brüllt uns an, wohin wir nicht gehen sollen. Brüllt, wenn wir in den Stall sollen und brüllt, wenn wir raus müssen. Er brüllt auch, wenn wir Sauerampfer fressen. Und brüllt, wenn wir vor Bauchweh blöken. Unser Hirte brüllt besonders laut, wenn zu viele Schafsböcke an einer Stelle stehen. Manchmal stehen wir halt gerne eng. Wenn’s kalt ist und der Hirte uns das Fell abgezogen hat, also ich meine, wenn wir frisch geschert in die Kälte gehetzt werden. Aber dann brüllt der Hirte, wir sollen uns nicht versündigen.

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3. Dezember 2017 - Keine Kommentare!

Stolpern durch den Advent

Stolpern durch den Advent
Rainer Juriatti

Härte und Hartherzigkeit. Beides wird uns abverlangt, Tag für Tag. Wir sollen uns abgrenzen, heißt es. Wir sollen uns nicht auf alles einlassen. Lässt der Alltag ja gar nicht zu. Wir arbeiten fleißig. Wir arbeiten viel. Um über die Runden und noch mehr zu kommen. Um mit unseren Wünschen in Einklang zu stehen.

Mit der ersten Kerze auf dem Adventskranz fahre ich zum Grazer Bahnhof. Dann nach Eggenberg. Ich halte Nachschau.

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31. Oktober 2017 - Keine Kommentare!

Rezension „Die werten Herren“

Rezension "Die werten Herren"
erschienen in "Kultur", Monatszeitschrift.

,,Die werten Herren" rekapituliere politische Ereignisse, stelle ihnen moralische Ansichten und Fragen gegenüber und werfe Licht auf die jetzige Situation, schreibt Raffaela Rudigier-Gerer in der Vorarlberger Monatszeitschrift „Kultur“ über „Die werten Herren – Essay mit Theatermonolog“. Ich freue mich sehr über diese wunderbare Rezension. Sie sagt, der Autor denke Gedankenkonzepte (der Rechten) zu Ende. Schön. 

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22. Oktober 2017 - 2 Kommentare

Der Mann hinter Resl-tant

Der Mann hinter Resl-tant
Rainer Juriatti

Warnhinweis: Dieser Artikel wird dem Künstler nicht gerecht.

Verdampfende Begegnungen gibt es. Sie entschwinden, während sie geschehen. Auch gibt es Begegnungen, bei denen man weiß, dass sie nicht wieder sein werden. Und es gibt Begegnungen, die deine Sinne und damit deinen Geist in einer Weise bereichern, dass du überzeugt bist, sie werden wieder geschehen. Ein Besuch im Atelier von Paul Mühlbauer.

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24. September 2017 - Keine Kommentare!

Wasser wäscht Geschichte

Wasser wäscht Geschichte
Rainer Juriatti

Im Herzen Budapests. Es hieß, die Stadt sei schön. Das fanden wir nicht. Weniger der Häuser wegen, sind meine Frau und ich uns einig, die sind schön bis kommunistisch vererbt grottenhässlich. Budapest ist wie alle Städte, denn mal ehrlich, wo werden geschichtsträchtige Orte nicht oft auch durch schöne Häuser flankiert? Vielmehr ist es wichtig, was hinter den Fassaden geschieht. Wir treffen auf Ungarn. Auf die Ungarn. Die sind nicht schön.

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23. September 2017 - Keine Kommentare!

Der elegische Kaiser

Der elegische Kaiser
Satire von Rainer Juriatti

Bürgermeister Siegfried Nagl ist in die Defensive geraten. Und mit ihm sein Kronprinz. Doch Nagl arbeitet bereits an seiner bedeutsamen Rede an die Grazer Untertanen. Wie es der Zufall will, geriet gestern ein Vorabdruck seiner Rede in meine Finger. Lesen Sie, was Siegfried Nagl derzeit vor seinem Badezimmerspiegel einübt.

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1. September 2017 - Keine Kommentare!

Viktor Frankl ist tot

Viktor Frankl ist tot. Eine Erinnerung.
Rainer Juriatti

Vor rund 20 Jahren fiel die erste Klappe zu "Synchronisation in Birkenwald". Das Stück stammt von Viktor Frankl. Das Filmdrehbuch haben wir gemeinsam entwickelt. Die Zeitungen titelten: Spielberg hat die Rechte nicht bekommen. Juriatti schon. Heute jährt sich sein Todestag zum 20. mal. Ein Grund, im Atelier zu kramen.

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25. August 2017 - Keine Kommentare!

Die werten Herren

Die werten Herren. Ein Textauszug.
Rainer Juriatti

Ich melde mich. Mit einem „Zwischenbuch“. Es stand nie auf meiner „Löffelliste“: jener Liste, die aufzählt, was noch zu schreiben ist, bevor ich abtrete. Dennoch ist es geschehen, ist passiert, dieses Buch. Es musste sein, als zwei Kandidaten zur Wahl standen, unser Staatsoberhaupt zu werden.

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3. August 2017 - Keine Kommentare!

Sylvia Loibner. Ein Portrait.

Sylvia Loibner. Ein Portrait.
Gastbeitrag auf "schwarz-auf-weiß-Lebensarten" von Rainer Juriatti

Vor einigen Monaten wurde ich eingeladen, als "Exilvorarlberger Autor" einen Menschen meiner Wahl zu portraitieren. Die Entscheidung fiel mir nicht sehr schwer: Sylvia Loibner, geborene Montafonerin, ehemalige Ardetzenberg-Schülerin und nunmehr Chefin von rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihres Taxiunternehmens "878" in Graz ist für mich die beeindruckendste Vorarlberger Persönlichkeit, die ich hier in Graz kennenlernen durfte. Nun, einige Wochen nach Veröffentlichung im Vorarlberger Blog erlaube ich mir, die Geschichte auch hier zu erzählen.

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