18. Februar 2018 - 1 Kommentar.

Als Gast gegrillt – Teil 2

Als Gast gegrillt
Unterweg mit dem Genusspass. Teil 2
Rainer Juriatti

Vor einigen Wochen erlaubte ich mir, an dieser Stelle Kritik zu üben an zwei Restaurants, in denen wir – leider suboptimal empfangen und bewirtet – einen Abend auf Basis des Kleine-Zeitung-Restaurantpasses „genossen“. 36 gute Restaurants umfasst der steirisch-kärntnerische Auswahlfolder. Für vier Bons zahlen Interessierte 64 Euro. Macht 16 Euro für ein „Probemenü“. Der dritte von gesamt vier Abenden führte uns ins Dreizehn, gelegen im romantischen Herzen von Graz, direkt am Franziskanerplatz.

„Als Gast gegrillt“ darf es hier nicht heißen. Es muss „getragen“ geschrieben werden. Als Gast getragen. Das Dreizehn, die „Genussbar“, wie sich das Restaurant im Untertitel nennt, trägt seine Gäste durch den Abend. Vom Entree aus windet sich eine Treppe hoch in die erste Etage, wo sich ein durch Lichteffekte geprägter, von moderner Kunst getragener, perfekt klimatisierter Gastraum mit dominierendem Bartresen eröffnet. Empfangen wurden wir von zwei höchst zuvorkommenden jungen Menschen, die sich in Folge freundlich, engagiert und gut gelaunt um uns kümmerten.

Die Frage, ob zwei von uns ein vegetarisches Menü probieren dürfen, die anderen zwei jedoch gerne klassisch essen würden, wurde nach Rücksprache mit der Küche bejaht. Die Frage, ob eine Auswahl an anitalkoholischen Getränken angeboten wird, konnte angesichts des großen Sortimentes an alkoholfreien Shakes und Cocktails ebenso positiv beantwortet werden. Und sogar die Frage, ob wir einen anderen Tisch bekommen könnten, da mir – dem Tischältesten und Kreuzmalträtierten – das Sitzen auf Barhockern nicht angenehm sei, wurde durch umgehendes Eindecken eines neuen Tisches sofort positiv erledigt.

Tolles Probemenü

Kulinarisch verwöhnt wurden wir bereits wenige Minuten darauf mit schwarzem Ciabatta, wahlweise belegt mit spanischer Salami oder bestrichen mit Kürbiscreme, garniert mit herrlichen Oliven. Als Vorspeise servierten die – es sei nochmals erwähnt – ausgesprochen zuvorkommenden jungen Gästebetreuer eine traumhafte Peterwurzen-Cremesuppe. Im Hauptgang durften die Fleischesser unter uns perfekt Gegrilltes probieren, die Vegetarier klassisch zubereiteten Halloumi. Als Beilage genossen wir das Marino Rotkraut (auf der Speisekarte beim Hirschrückensteak angesiedelt) und perfekt gebratene Süßkartoffeln (als Püree beim Black Angus Filetsteak serviert).

Süße Krönung

Zugegeben: Von Desserts erwarte ich mir im Grunde nie allzu viel. Besonders, wenn es sich um ein Probemenü handelt, das pro Person nur 16 Euro kostet. Diesen Wareneinsatz hatten wir ja längst mehr als genossen. Dennoch wurde das Engagement des Dreizehn im Dessert nochmals übertroffen: Eine feine Schokotarte, begleitet von einem traumhaften Apfelsorbet rundete das Gourmet-Probemenü ab.

Am Ende zahlten wir für unsere Getränke inklusive heimischem Wein aus Gamlitz 50 Euro und der Blick in Speisekarte verriet uns, dass hier durchgängig tolle Produkte zu bezahlbaren Preisen zu bekommen sind. Wir kommen definitiv wieder.

Hier geht’s zu Teil 1 von Als Gast gegrillt.

Veröffentlicht von: Rainer Juriatti in Kulinarik, KulinarikBlog

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