Alle Beiträge in Glosse

23. September 2017 - Keine Kommentare!

Der elegische Kaiser

Der elegische Kaiser
Satire von Rainer Juriatti

Bürgermeister Siegfried Nagl ist in die Defensive geraten. Und mit ihm sein Kronprinz. Doch Nagl arbeitet bereits an seiner bedeutsamen Rede an die Grazer Untertanen. Wie es der Zufall will, geriet gestern ein Vorabdruck seiner Rede in meine Finger. Lesen Sie, was Siegfried Nagl derzeit vor seinem Badezimmerspiegel einübt.

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20. Juni 2017 - Keine Kommentare!

Trump ist dumm. Ich auch.

Trump ist dumm. Ich auch.
Rainer Juriatti

Traurig, aber wahr, mein Gesichtsausdruck spricht Bände: Ich freue mich, strahle postpubertär in die Linse der Kamera meiner Tochter, strecke den Mittelfinger dabei hoch und lehne betont lässig an der Scheibe einer Auslage. Seiner Auslage. Trumps Auslage. Wenige Tage, nachdem dieses Bild entstand, wundere ich mich bereits über meine dumme Plattheit. Warum macht man so etwas? Dabei hatte alles ganz unschuldig begonnen.

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11. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Schlusspfiff

2016-07-11

Schlusspfiff
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Wie war Ihr Aufwachen heute? Noch jubilierend oder bereits traurig? Auch jene, die jubeln, werden bald schon aufwachen mit dem Gefühl, dass es nun endgültig vorbei ist. Dass es kein Zurück gibt, bestenfalls den Trost des Vor: in zwei Jahren schon, tröste ich mich immer, ist ja die WM.

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10. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Gegen Ende der Sucht

2016-07-10

Gegen Ende der Sucht
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Heute ist der letzte Tag. Bitter ein bisschen, weil wir wissen, jetzt ist es gleich aus. Bereits das Aufwachen heute bedeutete, dass es das letzte Mal für alle Zeiten war, dass wir während der bewegten EM 2016 aufgewacht sind. Morgen schon wachen wir auf und es ist Vergangenheit.

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9. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Berner Wunder

2016-07-09

Berner Wunder
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Wir haben sie gesehen, auch bei dieser EM: Fußballgötter. Was aber, frage ich mich, macht einen Gott aus? Und dann auch noch einen Fußballgott? Ein Gott führt uns, beispielsweise das Volk Israel ins Gelobte Land.

Das Volk ist unsicher, braucht eine leitende Hand. Das macht einen Gott aus. Da ist einer, der mich führt, der mir Sicherheit schenkt. Ein Fußballgott also, der gibt mir als Fan Sicherheit, er macht das für mich, er schießt das Tor. Ist das legitim?

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8. Juli 2016 - 3 Kommentare

Abseits der Bibel

2016-07-08

Abseits der Bibel
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Unser Dasein war extrem geprägt. Fußball ging in den letzten Wochen in unser Leben ein. Es umfasste das Leben. Schon der bayrische Kabarettist Gerhard Polt meinte, im Fußball gehe es zu wie im wahren Leben. So ist Fußball tatsächlich Synonym für alle unsere Daseinsüberraschungen.

Auf der einen Seite gewinnen wir - im Lotto, im beruflichen Leben, in der Liebe - auf der anderen Seite muss es immer jemanden geben, der verliert - im Lotto, im beruflichen Leben, in der Liebe. Wo es Gewinner gibt, gibt es Verlierer.

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7. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Die Bibel des Fußballs

2016-07-07

Die Bibel des Fußballs
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Und wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft. (2 Tim 2,5) Was dem Christen die Bibel ist - Richtschnur des Lebens mit allen Auslegungsmöglichkeiten - ist dem Fußballspieler das 17 Punkte umfassende Regelwerk der FIFA.

Die sogenannte „Fußballbibel“ bietet bei jedem zweiten Spiel immer wieder heftigen Gesprächsstoff. Und wir alle kennen den bitteren Nachgeschmack, wenn eine Mannschaft gewinnt, die unserer Ansicht nach nicht nach diesen Regeln gespielt hat.

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6. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Gott oder Spaghettimonster

2016-07-06

Gott oder Spaghettimonster
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Die FIFA schreibt vor, dass Religion nicht ins Stadion darf. Davon ausgenommen sind offenkundig Kreuze und Halbmonde auf den Trikots der Nationalmannschaften. Nicht zu verhindern sind Aktionen wie jene von Alaba, der nach dem Sieg des Champion League Finales sein Trikot auszog und „Meine Kraft liegt in Jesus“ zeigte. Während der Weltmeisterschaft in Südafrika war den Spielern jegliche religiöse Geste vor, während und nach dem Spiel untersagt. Der Standard schrieb in einer Kolumne, den Fans sei die religiöse Geste im Grunde egal: „Welchen Fußballfan interessiert im Freudentaumel tatsächlich, ob sein Lieblingsspieler nach dem verwandelten Elfmeter Gott, dem Spaghettimonster oder seiner Mutter dankt?“

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5. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Sprachlicher Alltagsfußball

2016-07-05

Sprachlicher Alltagsfußball
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Gott sei Dank ist morgen wieder Fußball. Ich habe den (heiligen) Rasen gemäht, die Stutzen geheckt - ein - Hecken gestutzt, sogar gelesen. Ja, ich habe mich tatsächlich ein wenig gelangweilt. Und über „Sprache“ nachgedacht. Lesen sie selbst:

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3. Juli 2016 - Keine Kommentare!

Spiel auf Leben und Tod I

2016-07-03

Spiel auf Leben und Tod I
Zur Fußball-EM 2016: Am Schnittpunkt von Fußball und Religion
von Rainer Juriatti

Um der Bedeutung des Fußballs Ausdruck zu verleihen, wird gerne „über den Tod hinaus“ argumentiert. Sehr plakativ tat dies der „Zitatspender“ des heutigen Tages meiner Glosse, Bill Shankly. Nach dem Triumpf seiner Mannschaft über den FC Everton meinte er: „Dieses Spiel hätte ich um nichts in der Welt versäumt. Selbst wenn ich tot wäre, hätte ich dafür gesorgt, dass man meinen Sarg ins Stadion bringt, auf die Tribüne stellt und ein Loch in den Deckeln schneidet.“

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