Alle Beiträge in Buchtipps

1. Mai 2017 - Keine Kommentare!

Fliegende Bücher: Tanztee

Tanztee
aus der Reihe "Fliegende Bücher"
Rainer Juriatti

Im Dezember 2016 schaffte es Hendrik Groen, mich über Tage zu faszinieren: Da sitzt ein 83 1/4 Jahre alter Mann in einem Pflegeheim in Amsterdam, gründet den Alanito-Club (Alt-aber-nicht-tot-Club), der gegen den Koch, die Heimleitung und den Hausmeister aufbegehrt und verschafft mir listig-lustige Einblicke in seinen Alltag voller uringetränkter Erwachsenenwindeln. Eierlikörtage hieß das Buch. Und dann erzählt mir meine Tochter Chiara von einem Folgeroman. Am nächsten Tag schon eilte ich in die Buchhandlung und blätterte bereits in der Straßenbahn durch die ersten Seiten der in Tagebuchform verfassten Erzählung "Tanztee".

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15. April 2017 - Keine Kommentare!

Fliegende Bücher: Arbeit und Struktur

Arbeit und Struktur
aus der Reihe "Fliegende Bücher"
Rainer Juriatti

Da eine Diagnose. Hirntumor. Da ein Blog. Ein Tagebuch. Herrndorf schreibt. Nicht dagegen an. Einfach darüber. „Wenn Sie sich Antworten auf Fragen erhoffen, schreiben Sie mir nicht“, bittet er darin inständig. „Wenn Sie durch Ryke Geerd Hamer, grünen Tee und Himbeeren geheilt geworden sind, wenn Sie einen frankierten Briefumschlag beilegen wollen, wenn Sie Jesus oder achtundzwanzig andere namenlos bleiben müssende Exzellenzheiler kennen und schätzen gelernt haben: … Schreiben Sie mir nicht.“ Denn Wolfgang Herrndorf wünscht sich nur das Eine: Arbeit und Struktur.

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29. Januar 2017 - 1 Kommentar.

Vertraute Buchwelten

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Vertraute Buchwelten
entdeckt im Hotel Rote Wand in Zug/Lech
Rainer Juriatti

Das Buch als Objekt. Das Buch als Deko. Missbraucht. Verraten oft. Jedoch: Es gibt lobenswerte Ausnahmen. Dort nämlich, wo das „Bekenntnis“ zum Buch mehr ist als nur Befüllung leerer Regale. Besonders in Hotels nämlich begegnen uns oft schrecklich schlechte „Bibliotheken“, die mehr einer Ablagefläche ausgenudelter Buchfetzen dienen als der Verführung zum inneren Kino.

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19. Januar 2017 - Keine Kommentare!

Aus der Welt der Fastfoodküche

2017-01-Taegert

Aus der Welt der Fastfoodküche
Meine Lesewoche – Buchtitel 2 von 3
Rainer Juriatti

Waren Sie schon einmal bei McDonalds? Haben Sie sich dabei Gedanken darüber gemacht, ob die, die dort arbeiten, fleißige Menschen sind oder einfach nur Loser, die keinen anderen Job finden? In Fil Tägerts Buch „Mitarbeiter des Monats“ lernen Sie eine solche Truppe – eine unfassbar coole, authentisch „gezeichnete“, witzige und auch verrückte – kennen.

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18. Januar 2017 - Keine Kommentare!

Von Mörder Anders und der Sache mit Jesus

2017-01-Jonasson

Von Mörder Anders und der Sache mit Jesus
Meine Lesewoche – Buchtitel 2 von 3
Rainer Juriatti

Sind Sie evangelisch? Wissen Sie, dass eine evangelische Pfarrerin durchaus ihrer sexuellen Lust frönen darf? Arbeiten Sie im Gastgewerbe? Zum Beispiel an einer Rezeption, weil Sie auf ein Familienerbe hofften aber nichts daraus wurde? Oder sind Sie gar jemand, den man „Mörder“ nennt, obwohl Sie noch nie jemanden umgebracht haben? Aber Prügeleien, die sind Ihnen nicht fremd? – Wenn auch nichts davon auf Sie zutrifft: Eine Verführung in die Welt von Jonas Jonasson garantiert den intensiven Kontakt mit den beschriebenen Charakteren.

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16. Januar 2017 - Keine Kommentare!

Von Gérald, dem Unsichtbaren

2017-01-Leconte

Von Gerald, dem Unsichtbaren
Meine Lesewoche – Buchtitel 1 von 3
Rainer Juriatti

Ich weiß nicht mehr, wo ich las, dieses Buch solle man lesen. Patrice Leconte, französischer Drehbuchautor und Regisseur, Jahrgang 1947, legt eine wunderbare Erzählung vor: „Die Liebe ist ein guter Grund, den Ärmelkanal zu durchschwimmen“. Wir treffen auf den biederen, niemals langweiligen Protagonisten Gérald. 30 Jahre jung. Unscheinbar. Vollkommen unscheinbar. Derart unscheinbar, dass er von allen übersehen wird. Von allen.

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10. Dezember 2016 - 1 Kommentar.

Eierlikörtage

eierlikoertage

Eierlikörtage
Rainer Juriatti

Vor ein paar Jahren hatte ich das Vergnügen, jede Woche Menschen im Seniorenheim zu besuchen. Fragen Sie mich nicht, warum. Das ist eine eigene Geschichte. Jedenfalls sitzen sie da: zu Dutzenden, zu Hunderten. An Tischen, vor Schnabelbechern und Kekstellern. Viele Starren. Manche schauen interessiert. Und einige lachen viel. So unterschiedlich ihr Charakter, eines teilen sie alle: sie warten. Auf irgendetwas. Auf irgendwen. Nicht so Henrik Groen. Der hat ein Buch geschrieben.

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2. Juni 2016 - Keine Kommentare!

Die sterblich Verliebten

Buchrezension-Marias-Die-sterblich-Verliebten

Die sterblich Verliebten
Autorenmeinung von Rainer Juriatti

Anfang der 90er-Jahre las ich "Mein Herz so weiß". Bald darauf las ich es noch einmal. Und auch Anfang des neuen Jahrtausends vertiefte ich mich noch einmal in diesen wunderbaren Roman des Spaniers Javier Marías. Vor einigen Jahren dann "Dein Gesicht morgen", auch wunderbar, dennoch hatte Marías irgendwie den Zauber für mich verloren. Ich mutmaße, es lag am Alter, dem meinen. Und nun: "Die sterblich Verliebten", ein zweiter Versuch auf der Suche nach jener Poesie, die "Mein Herz so weiß" für mich ausgestrahlt hatte.

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