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Die gedehnte Zeit, Roman

 

Ein Filmproduzent fragte, ob ich wohl "perverse Koreaner" damit befriedigen wolle. Die gedehnte Zeit ist mein irrstes Buch, zugegeben. Als ich es schrieb, sperrte ich mich drei Monate (echt!) in einen Betonkeller ohne Tageslicht ein und drohte dabei selbst durchzudrehen. Als das Manuskript fertig war, musste ich meiner Frau versprechen, so etwas Grässliches nie wieder zu schreiben. (PS: Das Nachdenken über diese Geschichte hat 15 Jahre gedauert - nur Die Abwesenheit des Glücks dauerte noch länger.)

Die gedehnte Zeit
288 Seiten, gebunden, Schutzumschlag
Hier erhältlich um 7,00 Euro
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Patter zählt, schätzt. Die Maße seiner Zelle. Die Zeit, die vergeht. Abzählen, abschätzen, das ist alles was ihm bleibt in der Zelle, in der er seit sieben Monaten sitzt. Was er getan hat, das weiß er. Er hat einen Mann getötet. Sehr bald werden sie ihn dafür schuldig sprechen. Juriattis zweiter Roman im Otto Müller Verlag ist der Versuch, dem fragilen Begriff der Schuld, der objektiven Wirklichkeit und schließlich der Verantwortung zu begegnen. Rainer Juriattis großes Können liegt im Perspektivwechsel, der sich dank einer intelligenten und oft auch überraschenden Dramaturgie langsam vollzieht. "Schuldig", sagt Patter. Als der Richter ihn fragt, wozu er sich bekenne. Schuldig ja, aber wie? Juriattis Roman ist nicht nur das Protokoll über ein Verbrechen, es ist auch die Geschichte eines jungen Mannes, der sich seiner Verantwortung und seiner Tat bewusst ist. Am Ende steht die Frage, wie und ob wir Wahrheit und Wirklichkeit wahrnehmen können.