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Essayminiaturen. Von Vera Juriatti
Taschenbuch, 72 Seiten
ISBN 
978-3-9519863-9-5

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Vor zwei Jahren widmete sie sich der Geschwistertrauer. Mit „Leon & Louis oder: Die Reise zu den Sternen“ legte Autorin Vera Juriatti ein vom steirischen Künstler Stefan Karch illustriertes Vorlesebuch auf, das vor wenigen Wochen auch als Broschüre aufgelegt wurde. Nun erscheint im Grazer Kollektivverlag mit „Zwei Minuten nur“ eine Kürzestessay-Sammlung. 

Vera Juriatti ist diplomierte Kinderkrankenschwester mit Palliativausbildung. Nach rund 35 Berufsjahren widmet sie sich seit einigen Jahren ausschließlich dem Thema Sternenkinder. Als Aktivistin tritt sie für die Rechte und Bedürfnisse von Sternenkindmüttern und -vätern ein, scheut weder Konflikte noch Debatten mit Fachkräften in- und außerhalb der Spitäler, publiziert regelmäßig zur Thematik und ist gemeinsam mit ihrem Mann Initiatorin der ersten österreichweiten Vernetzungsplattform www.mein-sternenkind.net.

Nun hat die in Graz lebende, jüngst von der Kleine Zeitung als „Kopf des Jahres“ in der Rubrik „Soziales Gewissen“ geehrte Autorin fachliche Erkenntnisse sowie Erlebnisse von Frauen, die eine stille Geburt zu verkraften haben, in einem schmalen Essay-Band zusammengefasst. Vera Juriatti geht dabei von der profanen Frage, „hast du mal eine Minute?“ aus. Die Frage nämlich signalisiert, dass es sich um etwas Wesentliches handeln muss, schreibt die Autorin im einleitenden Text zum Buch. Daraus können dann zwei oder mehr Minuten werden. „Wir erlauben uns viel zu wenig“, so die Autorin, „über unsere verstorbenen Kinder zu sprechen“. Dazu möchte sie mit ihrem Buch ermutigen.

„Zwei Minuten nur“ erscheint am 26. April, dem 27. Sterbetag eines ihrer fünf Sternenkinder. „So wird der traurige Tag“, meint Vera Juriatti, „mit einem weiteren für mich wichtigen Ereignis belegt und ich hoffe, das Buch hilft Frauen, die mit dem Tod ihres Kindes konfrontiert sind“. Denn eines weiß die Autorin mit Gewissheit: „Was am Ende bleibt, nennt man Liebe.“

Zitate-Box 
Zum Verlust ihrer Kinder: „Das vermeintliche Ende unserer Geschichte nämlich wurde der Anfang eines anderen Lebens.“
Zur Namensgebung: „Dies mag der Moment seiner Taufe gewesen sein. Mit einem Wort nur war der tote Fötus zu einem verstorbenen Baby geworden.“
Zur lebenslangen Erinnerung: „Es gelingt mir noch heute, durch einige wenige Bilder, die ich geistig wachrufe, auch die körperlichen Beklemmungen wieder zu wecken. Auch das ist das Bindemittel der Erinnerung.“
Zur Selbstanklage: „Wir schämen uns, nicht fähig zu sein, ein Kind auszutragen und damit keine richtige Frau zu sein.“
Zum Schmerz nach vielen Jahren: „Die meisten Flocken berühren mich nicht, sie sind nur da, ich kann bewusst nach ihnen greifen, wenn mir danach ist, und erlebe dadurch eine Facette des Schmerzes, andere aber fallen immer noch direkt auf mich, ich kann nichts dagegen tun. Sie brennen in meinem Herzen. (…) Das Nachlassen des Sturmes hat lange gedauert. Bald dreißig Jahre nach meinem letzten, dem fünften Sternenkind, bleiben da diese tanzenden, schmerzvollen Flocken, die immer noch vom Himmel fallen. Sie sind geblieben.“