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Die werten Herren, Essay mit Theatermonolog

 

Sie regieren uns. Sie sagen, was uns gut tut. Sie machen alles möglich. Oder sie verhindern es. Und wenn es ihnen gefällt, haben sie die Macht, uns auszurotten. Jeden von uns: Wenn wir ihnen unangenehm sind oder gar öffentlich gegen sie auftreten, dann fallen wir in Ungnade. Wir werden eingesperrt, gefoltert, erschossen. Ihre Reihenfolge bleibt flexibel: Flüchtlinge, Regimekritiker, Schwule, Straftäter, Migranten, Kreative. Jeden kann es treffen, alle sind wir ihnen ausgeliefert, den „werten Herren“. 

Immer wieder begegnen uns altbekannte Fratzen: Zumeist leiten sie Propagandamaschinen rechtspopulistischer Parteien. Sie kennen rhetorisch kein Erbarmen: Andere politische Parteien werden als „linke Gesinnungsstasi“ und „Freudomarxisten“ bezeichnet, Bevölkerungsgruppen werden als Schuldige benannt, Kritiker ihrer Kritik mit ihren Kritisierten gleich gemacht. Ihr vielbeschworenes Ziel ist die grundlegende Neuordnung der Gesellschaft. Was, fragt der Essay, muss geschehen, sofern rechtspopulistische Parteien mit all ihren Argumenten Recht haben? Das Buch erschien im Herbst 2017. Einen Monat darauf wurde gewählt. Der Rechtsruck war vollzogen.

Rezension in Kultur, Ausgabe November 2017.
Rezension auf lovelybooks, November 2017.